Handwechsel

Hausaufgaben mit KleinMadame. Irgendwie klappt heute nix. Alle Buchstaben, die sie eigentlich gut kann, sehen aus wie Krikelkrakel. Aber sie übt und übt verbissen und irgendwann kann man wirklich sowas wie eine Ähnlichkeit erkennen. Also lob ich mal und KleinMadame strahlt: "Siehste Oma, ich kann das auch mit der anderen Hand!" Ups, ist mir doch glatt etwas entgangen. Sie ist eine Spielerin auf ihre ganz eigene, entzückende Art. *strahl

Zum Glück gibt es heute – hoffe ich – nicht mehr diese Quälerei der Kinder mit der „guten“ und der „schlechten“ Hand. Oder? ODER?


Schulbeginn und so

Erste Erfahrungen bei der Hausaufgabenbegleitung mit KleinMadam:
 
„Du solltest die 4 anders rum schreiben.“
„Warum? Ich schreibe sie halt so rum.“
„Dann kann aber jemand anders sie gar nicht lesen.“
„Man kann mich doch fragen, was das heißt!“
 
… … …
 
„Was habe ich denn hier falsch gemacht?“
„Du solltest so viele gleiche Figuren malen, wie auf dem Würfel sind. Du hast da aber alles Mögliche hingemalt.“
„Aber die Anzahl stimmt doch, oder?“
„Ja, aber das war nicht die genaue Aufgabe.“
„So ein Quatsch. Das sieht doch so viel schöner und bunter aus!“
 
… … …
 
Auf der einen Seite: Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bis KleinMadame die Spielregeln des Systems erfasst und flexibel damit umgehen kann.
 
Auf der anderen Seite: Ich liebe sie dafür, dass sie sich der nahtlosen Anpassung so kreativ verweigert.
 
*Anmerkung Sie war ganz traurig, dass sie nicht zur Klassensprecherin gewählt wurde. Aber alleine dafür, dass sie sich überhaupt zur Wahl gestellt hat, könnte ich sie zu Boden kuscheln.


Mehrsprachigkeit

Zu dem Gedöns, dass zu viele Kinder zuhause nicht deutsch sprächen, folgende Überlegungen:

Kinder wachsen meistens ohne Probleme, quasi nebenbei, in mehreren Sprachen auf – das nennt man bilingual. 

Kindergärten werben sogar damit, dass sie noch eine Fremdsprache anbieten. Scheint kein Problem zu sein, wenn es sich dabei um Englisch, Französisch oder gar Chinesisch handelt.

Die Abwertung der nichtdeutschen/nicht gewünschten Muttersprache verwirrt die Kinder. Ich erinnere mich, dass meine damaligen HauptschülerInnen davon überzeugt waren in ihren Lebensläufen „keine Fremdsprachen“ angeben zu dürfen, obwohl sie seit Jahren perfekt in ihrer jeweiligen Muttersprache und in diversen dazugehörigen Dialekten simultan die schwierigsten Gespräche für ihre Eltern übersetzen und fließend zwischen diesen Sprachen wechseln konnten.

Das Problem ist meiner Meinung nach nicht, dass Kinder mehrsprachig aufwachsen, sondern das Problem ist, dass Kindergarten/Schule anscheinend nicht in der Lage sind, die deutsche Sprache in einer Art und Weise zu lehren, dass alle! Kinder (auch die nur deutschsprachigen) sich darin kompetent wie Fische im Wasser bewegen können.

Also, was soll das? 

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