Zumutungen

„Was wir Kindern alles zumuten. Unfassbar!“
 
„Ja, die Schulen müssen unbedingt wieder aufmachen!“
 
„Ähm, nein. Gerade die Schulen waren und sind eine solche Zumutung. Zu wenige Lehrkräfte für zu viele Kinder, marode Gebäude und Räume, veraltetes Schulmaterial, Didaktik und Lern/Lehrkonzepte aus dem vorherigen Jahrhundert, kaum Weiterbildung der Lehrkräfte, starre und bürokratische Vorschriften, mangelnde Entwicklung und Flexibilität, ablehnende Haltung gegenüber den neuen Medien, wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Pädagogik, Lernpsychologie, etc. werden seit Jahrzehnten konsequent ignoriert, Verwahrung statt Beziehung, Festschreibung bestehender sozialer Rollen. Vom Mobbing fang ich gar nicht erst an. Dieses System ist und macht Kinder auf so vielen unterschiedlichen Ebenen krank.“
 
„Ja aber, Corona!“
 
„Das alles hatte und hat mit Corona so nichts, aber auch gar nichts zu tun. Es geht hier mehr um mangelnde Wertschätzung und Respekt vor den Kindern. Und das schon seit sehr, sehr langer Zeit.“ 

Blickwinkel

„Sitz ihr eigentlich jetzt alleine am jeweiligen Schultisch?“

„Oma, das war doch schon immer so!“

Kinder halt. Sie vermissen eben manches nicht, weil sie es nicht anders kennengelernt haben. Ich allerdings denke mit Wehmut, dass das nun nichts wird mit tuscheln, abschreiben, Schiffe versenken, oder so. Das aber ist ein Blick von einer Erwachsenen. Manchmal ist es ausgesprochen hilfreich zu versuchen, mit den Augen eines Kindes zu sehen. Das verkleinert oft so einige vermutete Dramen, löst sie gar in Luft auf. ... ... ... Oder öffnet den Blick auf bisher unvermutete neue.

Schulmisere wegen Corona? Nein!

1975 habe ich angefangen zu studieren. Schon damals lagen wissenschaftlich haltbare Erkenntnisse vor, dass
 
Klassenstärken über 15 Kinder pädagogisch nicht vertretbar sind, 8-10 Kinder optimal wären
 
Frische Luft und viel Bewegung dem Lernerfolg zuträglich sind
 
Helle und lichte, einnehmend und liebevoll gestaltete und erhaltene Räume, funktionierende Sanitäranlagen insgesamt eine motivierende Atmosphäre schaffen und von Respekt gegenüber den Kindern zeugen
 
Unterrichtsausfall immer zu Lasten der eh benachteiligten Kinder geht und ein ausgeklügeltes Springersystem mit ausreichender Kapazität installiert werden muss
 
Fällt euch bestimmt noch mehr ein …
 
Aktuell vielleicht noch: Moderne Kommunikationstechnik und Arbeitsgeräte sind keine Hexenwerk, sondern sollten zur normalen Ausstattung für jede Schülerin, jeden Schüler, aller Lehrkräfte und die Schulung daran sowohl in die Aus- und Fortbildung als auch in das Curriculum schon von der ersten Klasse an gehören.
 
Und all das liegt seit Jahrzehnten im Argen und nicht erst seit März wegen Corona *grummel


Spielplatz

„Was haben Eltern eigentlich früher, als es noch keine Handys gab, dort gemacht?“

„Ähm, die waren gar nicht dort, sondern zuhause und habe die Kinder in Ruhe alleine draußen spielen lassen.“

Du darfst

Wie bringt man dem Kind jetzt mit etwas über einem Jahr bei, welche Verhaltensweisen es, um den Eltern zu gefallen, beibehalten darf und welche es zu ändern hat?

Generelle Frage: Warum muss ein Kind Dinge tun um den Eltern zu gefallen?
 
Was kleine Kinder lernen sollen, in einer beschützten Umgebung und unter bedingungsloser Liebe: Du darfst!
 
Denn nur das ist die Grundlage für das spätere Lernziel: Du musst nicht wollen, was du darfst.

Meine ganze Erfahrung sagt mir, dass es nur in dieser Abfolge funktionieren kann.

Gitter

Bringen Absperrgitter etwas, damit man z.B. in Ruhe kochen kann, ohne dass das kleine Kind im Müll oder den Schränken wühlt?
 
Ich handhabe es so, dass die Wohnung entsprechend des Alters des Kindes organisiert wird. Was darf es schon anfassen und untersuchen, ohne dass es sich selbst schaden könnte. Wegsperren geht gar nicht. Es ist mein Job, entweder gemeinsam mit dem Kind zu erforschen und generell dafür zu sorgen, dass die Umgebung kindgerecht ist. Hat immer prima funktioniert, auch jetzt wieder bei den Enkelkindern. Ich hatte zwei Gitter: Vor der Treppe und für den Hund, damit der mal eine Atempause vor den (oft doch sehr stürmischen) Liebkosungen der Kleinen hatte. Oh ja, und ein kleines Gitter am Herd noch für eine Weile. Mittlerweile, der Kleine ist drei, sieht meine Wohnung wieder ganz normal aus.

Recht und Pflicht von Eltern

Als Elternteil hast du nur eine Pflicht und nur ein Recht:

Dein Kind, zu seinem Wohle, in Zuneigung und mit Respekt auf seinem Lebensweg zu begleiten.