Intuition

Die intuitive Kommunikation mit Kindern im ersten Lebensjahr ist für mich immer wieder ein Wunder. Welch ein emphatisches Potential dem Menschen doch inne wohnt.
 
Und wie wenig wir es doch in anderen Kontexten nutzen. Wo und warum kommt uns das bloß abhanden?

Beikost

Zu erleben, wie das Enkelkind 3 (EK3) zum ersten Mal im Leben etwas vom Löffelchen kosten darf, die Augen aufreißt, am ganzen Körper ob diesem sinnlichen Erlebnis vibriert – da ist ein Strahlen und Erstaunen in mir. Immer wieder.

Geschrei

„Egal wie laut wir schreien, das Kind hört nicht zu!“
 
„Ich höre auch nie zu bei Geschrei. Ich esse dann lieber einen Keks.“

Gewalt

Streicht endlich den Begriff „Kinderpornographie“ aus eurem Wortschatz!
Es ist immer und überall und egal unter welchen Umständen (sexualisierte) Gewalt gegen Kinder.

Genau das und nichts anderes. Also benennt es auch so.

*Anmerkung
Konsumenten sind Täter! Sie halten die ganze gewaltsame Scheiße am Laufen und finanzieren sie mit.

Zumutungen

„Was wir Kindern alles zumuten. Unfassbar!“
 
„Ja, die Schulen müssen unbedingt wieder aufmachen!“
 
„Ähm, nein. Gerade die Schulen waren und sind eine solche Zumutung. Zu wenige Lehrkräfte für zu viele Kinder, marode Gebäude und Räume, veraltetes Schulmaterial, Didaktik und Lern/Lehrkonzepte aus dem vorherigen Jahrhundert, kaum Weiterbildung der Lehrkräfte, starre und bürokratische Vorschriften, mangelnde Entwicklung und Flexibilität, ablehnende Haltung gegenüber den neuen Medien, wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Pädagogik, Lernpsychologie, etc. werden seit Jahrzehnten konsequent ignoriert, Verwahrung statt Beziehung, Festschreibung bestehender sozialer Rollen. Vom Mobbing fang ich gar nicht erst an. Dieses System ist und macht Kinder auf so vielen unterschiedlichen Ebenen krank.“
 
„Ja aber, Corona!“
 
„Das alles hatte und hat mit Corona so nichts, aber auch gar nichts zu tun. Es geht hier mehr um mangelnde Wertschätzung und Respekt vor den Kindern. Und das schon seit sehr, sehr langer Zeit.“ 

Blickwinkel

„Sitz ihr eigentlich jetzt alleine am jeweiligen Schultisch?“

„Oma, das war doch schon immer so!“

Kinder halt. Sie vermissen eben manches nicht, weil sie es nicht anders kennengelernt haben. Ich allerdings denke mit Wehmut, dass das nun nichts wird mit tuscheln, abschreiben, Schiffe versenken, oder so. Das aber ist ein Blick von einer Erwachsenen. Manchmal ist es ausgesprochen hilfreich zu versuchen, mit den Augen eines Kindes zu sehen. Das verkleinert oft so einige vermutete Dramen, löst sie gar in Luft auf. ... ... ... Oder öffnet den Blick auf bisher unvermutete neue.

Schulmisere wegen Corona? Nein!

1975 habe ich angefangen zu studieren. Schon damals lagen wissenschaftlich haltbare Erkenntnisse vor, dass
 
Klassenstärken über 15 Kinder pädagogisch nicht vertretbar sind, 8-10 Kinder optimal wären
 
Frische Luft und viel Bewegung dem Lernerfolg zuträglich sind
 
Helle und lichte, einnehmend und liebevoll gestaltete und erhaltene Räume, funktionierende Sanitäranlagen insgesamt eine motivierende Atmosphäre schaffen und von Respekt gegenüber den Kindern zeugen
 
Unterrichtsausfall immer zu Lasten der eh benachteiligten Kinder geht und ein ausgeklügeltes Springersystem mit ausreichender Kapazität installiert werden muss
 
Fällt euch bestimmt noch mehr ein …
 
Aktuell vielleicht noch: Moderne Kommunikationstechnik und Arbeitsgeräte sind keine Hexenwerk, sondern sollten zur normalen Ausstattung für jede Schülerin, jeden Schüler, aller Lehrkräfte und die Schulung daran sowohl in die Aus- und Fortbildung als auch in das Curriculum schon von der ersten Klasse an gehören.
 
Und all das liegt seit Jahrzehnten im Argen und nicht erst seit März wegen Corona *grummel