Man kann ein Kind nicht zu viel lieben

Als ich vor ca. 45 Jahren anfing mit Kindern in Kinderläden zu arbeiten, haben wir viel im quasi luftleeren Raum ausprobiert. Vieles war absolutes Neuland hier. Der Widerstand und die Angriffe aus dem konservativ pädagogischen Lager waren heftig. Eltern mussten uns blind vertrauen. Mittlerweile sind unsere damaligen Vorstellungen vom Kind und von dem Umgang mit ihm empirisch untersucht und wissenschaftlich abgesegnet worden. Ich bin glücklich, dass so viele junge Leute heute mit aller Selbstverständlichkeit das Richtige von dem, was damals aus der Antiautoritäten Erziehung und der Antipädagogik kam und erprobt wurde, übernommen haben.
 
So viele Kinder, die ich in den Jahren begleitet habe, sind mittlerweile Erwachsene. Durch die Bank weg selbstbewusste, mitfühlende, großzügige, kompetente Leute. Man kann einem Kind nicht! zu viel Liebe, Fürsorge und Aufmerksamkeit geben. Niemals.
 
Und natürlich bin ich dankbar dafür, dass meine Kinder nun mit ihren Kindern genauso zusammenleben.
 
Anmerkung: Der Wind weht aber immer noch heftig und die rechtskonservativen Kreise blasen gerade mal wieder zur Hetzjagd und zur Rückkehr in die „guten, alten Zeiten“. Ja, da kotzt man ab und zu.

Banales

Kein Mensch läuft besser, wenn wir ihn schubsen.
Kein Mensch wächst schneller, wenn wir an ihm rumzerren.
Kein Mensch lernt intensiver, wenn wir ihn anbrüllen.
Kein Mensch steht aufrechter, wenn wir ihn demütigen.
Kein Mensch wird gütiger, wenn wir ihn verachten.
Kein Mensch lernt Vergebung, wenn wir ihn in Schuld ertränken.
Kein Mensch lernt Mitgefühl, wenn wir seinen Schmerz ignorieren.
Kein Mensch wird loyaler, wenn wir niemals zu ihm stehen.
Kein Mensch liebt aufrichtiger, wenn wir ihm jedwede Liebe verweigern.
 
*Anmerkung für die ewig Gestrigen -> Kinder = Menschen

Geschreibsel

Was mir auffällt: KleinMadame (9J) liest sehr viel und schreibt tolle Aufsätze. Aber, jesses, die Rechtschreibung und die Grammatik. Ein Graus. Meiner Ansicht nach wird da in der Schule überhaupt nicht mehr drauf geachtet. Da wird nichts korrigiert oder geübt (Diktate gibt es wohl nicht mehr). Bin ich zu anspruchsvoll in Bezug auf eine Drittklässlerin? Mir egal, da wird tolles Potential überhaupt nicht genutzt und gefördert. Also, wir werden da jetzt zuhause mal gegensteuern. *grummel


Was lernt das Kind

Die wichtigste Frage, die sich Menschen im Umgang
mit Kindern immer wieder stellen sollten:
 
„Was lernt das Kind gerade wirklich durch mein Verhalten
und durch meine wie gemachten Ansagen?“
 
Nach kurzem Nachdenken und ehrlicher Antwort
kommt da oft sehr Überraschendes heraus.  
 
Eine kommunizierte Korrektur des eigenen Verhaltens
erleichtert Bindung und Zusammenlebern ungemein.

Gewalt

Du schlägst dein Kind?
Du demütigst und beschämst es?
Du vernachlässigst es schwer?
 
Das sind keine „Erziehungsfehler“!
 
Das ist Gewalt!* in verschiedenen Formen.
 
Du bist Täterin. Du bist Täter.
 
 
*zum Teil strafrechtlich relevante Gewalt
 
 
Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Niemals.
Übernimm Verantwortung.
Lass es nicht soweit kommen.
Es gibt Hilfe. Fürs Kind zuerst. 
Im Vorfeld aber auch für dich.

Alle Gefühle sind erlaubt!

„Warum sollte ich meinem Kind erlauben
seiner Wut einen Ausdruck zu geben?“
 
„Damit es lernt, wie es seine Wut
ausdrücken kann, ohne dabei sich
und andere erheblich zu verletzten.“